Urlaub vor der Haustür – natürlich in Sachsen!

Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer – Wettbewerbsfaktor für Grünen Tourismus in Sachsen

Wandern liegt im Trend. Das wissen nicht nur die zahlreichen Wandervereine, -verbände, Interessengemeinschaften und privaten Freundeskreise. Mittlerweile dämmert es auch einzelnen regionalen Touristikern, daß mit NaturerlebnisWandern Geld zu verdienen ist. Noch dominiert zwar der einfach zu bedienende Massentourismus. Aber die Gäste werden immer wählerischer. Massenevents und Großgruppen verschrecken naturinteressierte Individualtouristen eher, als sie anzuzuziehen. Wer schonmal in der Hochsaison an Brennpunkten des Massentourismus Schlange stehen mußte, um ein touristisches Highlight fotografieren zu können, weiß wovon die Rede ist. Abgesehen davon, daß diese Form des Tourismus alles andere als nachhaltig ist, macht sie echten Naturliebhabern auch nicht wirklich Spaß. Sie kamen einmal, um möglicherweise nie wieder zu kommen. Für ein frisch bezogenes Bett oder ein gut gebratenes Schnitzel reist heute niemand mehr 600 km quer durch Deutschland. Das gibt es zu Hause auch.

Gesucht wird zunehmend das individuelle Erlebnis einer spannenden Natur- und Kulturlandschaft; einer, die es zu Hause nicht gibt. Gesucht wird auch der menschliche Kontakt zu kompetenten, sachkundigen Fremdenführern für den ländlichen Raum. Zu zertifizierten Natur- und Landschaftsführern. So sah es offenbar auch der BANU, der “Bundesweite Arbeitskreis staatlich getragener Umweltbildungsstätten”, als er den bundesweiten Lehrgang für “Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer” aus der Taufe hob:

Natur- und Landschaftsführer mit Zertifikat

Lehrgang “Geprüfter Natur- und Landschaftsführer/Landschaftsführerin mit BANU-Zertifikat”

Urlauber nennen bei Befragungen immer wieder die Faktoren Natur und Landschaft als wichtigste Kriterien bei der Entscheidung für ein Urlaubsziel. Um Natur und Landschaft tatsächlich für den Besucher erlebbar zu machen, um Zugänge und Kontakte zu ermöglichen, sind Angebote zur Erschließung dieser Themen sinnvoll. Weiterhin liegt Wandern im Trend. Die qualifizierte Betreuung von Gästen und die Entwicklung hochwertiger Angebote – wie etwa Naturerlebnistouren – werden im Wettbewerb der Bundesländer und Regionen um Gäste ein immer wichtigerer Standortfaktor. Hierbei geht es einerseits um die Herausstellung und Erschließung der naturräumlichen Potenziale mit Tieren, Pflanzen und Lebensräumen. Andererseits bieten aber auch die Landschaftsgeschichte, das kulturlandschaftliche Potenzial mit Brauchtum, alten Nutzungs- und Siedlungsformen, alten Handwerken sowie der Kunstgeschichte bis zur heutigen bildenden Kunst und Literatur Material, mit dem Landschaftsführer arbeiten können. Durch die Inwertsetzung von Kultur und Landschaft verbessert die Fortbildung zum geprüften Natur- und Landschaftsführer Einkommen, aber auch Selbstbewusstsein im ländlichen Raum. Die Menschen identifizieren sich wieder stärker mit ihrer Region, ihrer Landschaft, ihrer Natur und Kultur. Die endogenen Potenziale der Regionen können im Sinne einer Aneignung der eigenen Herkunft und Geschichte gefördert und aktiviert werden. Denn ohne Herkunft keine Zukunft. Für den Lehrgang zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer sind von den Umweltakademien der Länder bundeseinheitliche Standards erarbeitet worden. Kooperationspartner auf Bundesebene sind der Bundesverband Naturwacht e.V., die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e.V., Europarc Deutschland und der Verband deutscher Naturparke e. V. Um langfristig einen bundesweit anerkannten, einheitlichen Typ des Landschaftsführers zu erhalten, ist es möglich, zur Erlangung des BANU-Zertifikats auch andere Lehrgänge anzuerkennen.

(Quelle: BANU)

Die Hand ist weit ausgestreckt. Jetzt fehlen nur noch zuverlässige touristische Partner, die sie ergreifen.